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Senftenberg

Die Stadt Senftenberg unterzeichnete am 15. Januar 2013 als erste Stadt Brandenburgs die Vereinbarung zur Teilnahme am Vorhaben "Kinderfreundliche Kommunen". Senftenberg ist eine Universitätsstadt im Süden Brandenburgs. Sie ist mit rund 26.000 Einwohnern Kreisstadt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz. Rund 3.400 Kinder leben, lernen und spielen in der Stadt. Die Geburtenraten sinken. Gerade diese demographische Entwicklung erfordert es, den Belangen der Kinder- und Jugendlichen, mit ihrer sozialen Lage und ihrer Herkunft, besondere Beachtung zu schenken.

Die Kommune setzt zur Umsetzung ihres Aktionsplans verstärkt auf die Partizipation von Kindern und Jugendlichen. Dazu gehört die Stärkung von Kinder- und Jugendvertreter_innen genauso wie Beteiligungsmaßnahmen in kommunalem wie in schulischem Rahmen. So engagieren sich beispielsweise Senftenberger Schüler_innen dafür, dass ihre Schulen mobbingfrei werden. Kinder beteiligten sich auch am „Runden Tisch gegen Kinderarmut“, der Ende 2017 von der Kommune veranstaltet wurde. Hier entwickelten die teilnehmenden Kinder das Konzept „Lesen am See“, das im Sommer 2018 umgesetzt wird.


Ansprechpartnerin

Jennifer Marunge

Amt für Bildung, Soziales und Kultur
Markt 1
01968 Senftenberg

bildung-soziales[ät]senftenberg[dot]de
jennifer.marunge[ät]senftenberg[dot]de

Kinderfreundliche Kommune Senftenberg


„Die Interessen von Kindern und Jugendlichen liegen uns in Senftenberg sehr am Herzen. Es hat bei uns bereits lange Tradition, Kinder und Jugendliche beispielsweise über das Kinder- und Jugendparlament in Entscheidungen einzubeziehen. Die Bewerbung um das Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ ist aus meiner Sicht ein weiterer logischer Schritt dahin.

Ganz besonders interessant sind die Ergebnisse der Kinderbefragung. Die Kinder machten hier deutlich, was ihnen wichtig ist. Gute und sichere Spiel- und Freizeitangebote stehen an erster Stelle. Das Kinderrecht, dass alle gesund und ohne Gewalt aufwachsen sollen, ist ihnen sehr wichtig. Die Kinder wünschen sich mehr Mitbestimmung und wollen sich in die Entscheidungen in der Schule und in der Stadt einbringen.

Auch die Antworten auf die Frage „Was würde ich als Bürgermeister machen?“ waren sehr anregend, manchmal auch unterhaltsam. „Ein Gesetz für mehr Taschengeld“, wie von einigen Kindern gewünscht, kann ich aber leider nicht auf den Weg bringen.“

Andreas Fredrich

Bürgermeister

Andreas Fredrich

Der Bürgermeister
Markt 1
01968 Senftenberg

Telefon: 03573 - 7010
info[ät]senftenberg[dot]de


Halbzeitbilanz von WMZtv

Senftenbergs Siegelübergabe von WMZtv


Erfolgsgeschichten


Kinder engagieren sich für Kinder

Nach dem Runden Tisch gegen Kinderarmut gehen Senftenberger Kinder die von ihnen selbst identifizierten Probleme an: Mit "Lesen am See" wurde ein Projekt für Kinder geschaffen, deren finanzieller oder sozialer Hintergrund ihre gesellschaftliche Teilhabe erschwert. Die Mitglieder des Kinderbeirats suchten für das Projekt nach geeigneten Orten in und um Senftenberg. Gleichzeitig wurden mit Hilfe der Schulen Senftenberger Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren ausgewählt, die durch Vorlesen gefördert werden sollten. Die ausgewählten Kinder wurden in drei Gruppen eingeteilt, um ihnen je altergerechte Angebote bieten zu können.

Im Sommer schließlich lasen die ehrenamtlichen Lesepat_innen einmal im Monat an einem anderen vom Kinderbeirat ausgewählten Ort am See vor.

Kinderkonferenzen in Kindertagesstätten

In Senftenberger KiTas finden jeden Freitag Kinderkonferenzen statt. Hier können die Vier- bis Sechsjährigen ihre Wünsche zu ihrer KiTa einbringen. Dabei wird über die Raumgestaltung, Spielzeug, den Speiseplan oder auch kleine Projekte gesprochen. Die jüngeren Kinder dürfen erst einmal zuschauen, um zu lernen, wie die Beteiligung in ihrer Einrichtung funktioniert.

Partizipieren und informieren auf Stadtteilspaziergängen

Um sich über seine Kommune zu informieren und sie gestalten zu können, sind Besichtigungsspaziergänge ein einfaches und effektives Mittel - dies gilt für Kinder- und Jugendliche genau wie für den_die Bürgermeister_in.

In Senftenberg sind aus diesem Grund zwei Stadtteilspaziergänge organisiert worden: während des Ersten haben siebenjährige Kinder dem Bürgermeister ihre Wünsche und Vorschläge für die Kommune mitgeteilt; der zweite Spaziergang hat Senftenberger Oberschüler_innen über die Möglichkeiten ihrer Kommune rund um Studium, Arbeit und Freizeit informiert.

Fachforen erkunden Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche

Die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention auf lokaler Ebene ist eine gemeinschaftliche Aufgabe, die Kommunikation und Vernetzung der lokalen Akteur_innen erfordert.

In diesem Sinne haben 2016 im Senfterberger Rathaus zwei Fachforen zum Thema "Kinder- und Jugendbeteiligung" stattgefunden. Der Teilnehmer_innenkreis setze sich aus Verwaltungsmitarbeiter_innen, Vertreter_innen der Politik, Schulleiter_innen sowie Vereinen Akteur_innen der Kinder- und Jugendarbeit zusammen. Gemeinsam haben die Teilnehmer_innen bestehende Beteiligungsstrukturen reflektiert und Möglichkeiten erkundet, diese zu verbessern und zu ergänzen.

Eigener Fonds für das Kinder- und Jugendparlament

Das Kinder- und Jugendparlament in Senftenberg verwaltet eigenständig einen Fonds in Höhe von 3.000 €. Es vergibt daraus Gelder an ausgewählte Kinder- und Jugendinitiativen, die sich für den Fonds bewerben. Dabei ist nicht nur die Mitentscheidung über die Vergabe wichtig, die Kinder und Jugendlichen erlernen auch den verantwortungsvollen und gleichberechtigten Umgang mit den vorhandenen Ressourcen.

Senftenberger Kinder und Jugendliche packen mit an

Kinder und Jugendliche hatten sich in der Beteiligungsaktion "Dein Senftenberg von Morgen" für eine sauberere Stadt ausgesprochen. Jetzt arbeiten sie selbst an diesem Ziel: Im Rahmen des Dreck-Weg-Tags einer Senftenberger Wohnungsbaugenossenschaft zogen Schüler_innen und Kindergartenkinder zusammen mit Senior_innen durch die Stadt und sammelten Müll auf. Das Senftenberger Kinder- und Jugendparlament organisierte den Tag dabei maßgeblich mit.

Kinder in Senftenberg diskutieren Kinderarmut

Zwanzig Schüler_innen aus Senftenberg zwischen zehn und zwölf Jahren setzten sich mit dem Thema „Kinderarmut“ in ihrer Region auseinander. Sie beschrieben Folgen und entwickelten Ideen für Handlungsstrategien. Die teilnehmenden Kinder machten sich ihrer Rechte bewusst, lernten den positiven Zusammenhang zwischen Teilhabe und Resilienzstärkung kennen und entwickelten gezielt Ideen, um die Teilhabe von Kindern in Schule, Freizeit und Kommune zu verbessern.