Kommunen stehen vielfältigen krisenhaften Entwicklungen gegenüber. Die Kinderrechte umzusetzen, gehört auch in diesen Zeiten zum Auftrag von Kommunen. Nicht nur wegen der rechtlichen Vorhaben, sondern auch mit Blick auf eine zukunftsfähige Gemeinde, Stadt oder Landkreis. Jetzt die Perspektive der jungen Einwohnenden aus dem Blick zu verlieren, heißt die eigene Zukunft aufs Spiel zu setzen.
Kinderfreundlichkeit als einen wichtigen Gesichtspunkt kommunaler Politik im Blick zu behalten, ist Aufgabe des Vorhabens „Kinderfreundliche Kommunen“. Mit diesem begleitet der gleichnamige Verein seit 2012 Kommunen bei der erfolgreichen Umsetzung der Kinderrechte. Als Initiative von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk gegründet, setzt der Verein mit einem anspruchsvollen Programm nachhaltige Konzepte und Strukturen in Kommunen um, die die Kinderfreundlichkeit vor Ort maßgeblich verbessern und absichern.
Das Land Nordrhein-Westfalen hat in dem Programm „Kinderfreundliche Kommunen“ von Beginn an eine wichtige Rolle gespielt. Die Stadt Köln nimmt als eine der Pilotkommunen von Beginn an am Programm teil. Mittlerweile beteiligen sich zehn Städte und Gemeinden. Damit leben zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen aus Nordrhein-Westfalen in einer Kinderfreundlichen Kommune. Das Land hat eine lange kinderrechtliche Tradition. Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in den Kommunen ist breit verankert und wird kontinuierlich weiterentwickelt.
Die Tagung richtet sich an Politik, Verwaltung und Fachkräfte aus Kommunen, die sich für die Umsetzung der Kinderrechte und Möglichkeit ihre Stadt, Gemeinde oder ihren Landkreis kinderfreundlich weiterzuentwickeln. Dabei sind alle Ressorts der Verwaltung angesprochen.
Die größte Herausforderung für Kommunen stellt derzeit die Haushaltslage dar. Die Orientierung an der Perspektive von Kindern und Jugendlichen als der kommunalen Zukunft geht in dieser Situation zunehmend verloren. Dabei spielen kommunale Haushalte als Steuerungsinstrumente bei der Umsetzung von Kinderrechten eine zentrale Rolle. Mit dem Haushalt hat jede Kommune ein Instrument, ihre Politik zu verwirklichen. Er stellt eine Möglichkeit dar, über die Umsetzung der Kinderrechte zu wachen und Schwerpunkte zu ihrer Stärkung zu setzen.
Im Rahmen der Förderung aus dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend wurden nun gemeinsam mit Expert_innen aus Kommunen wie z.B. Remscheid an der weiteren Ausrichtung im kommunalen Finanzmanagement an den Kinderrechten gearbeitet. Dadurch sollen die Kinderrechte als Querschnittsthema ressortübergreifend in den Fachplanungen verankert werden. Angelehnt an die Vorgaben die Nachhaltigkeitsziele in der Haushaltsaufstellung zu berücksichtigen, werden nun Ideen für die Implementierung der Kinderrechte im Haushaltsplan vorgestellt.
Zentrale Herausforderungen einer kinderfreundlichen Politik ist die Beteiligung aller Kinder und Jugendlichen, nicht nur einer kleinen Gruppe. Die UN-Kinderrechtskonvention gewährt allen Kindern und Jugendlichen die gleichen Rechte – doch sie werden bisher sehr unterschiedlich genutzt. Mit dem Baustein „Kommunale Beteiligung inklusiv und divers“ wurden drei Pilotkommunen dabei begleitet, Beteiligungsprozesse für die Perspektiven und Erfahrungen der diversen Kinder und Jugendlichen zu öffnen, ihren Themen (mehr) Platz einzuräumen und ihnen gleichberechtigte Teilhabe in allen Lebensbereichen zu ermöglichen. Die Erfahrungen aus Burgdorf, Hannover und Weilerswist werden nun auf der Veranstaltung vorgestellt.
Demokratie steht unter Druck. Politischen Diskussionen finden auch in Kommunen in einem zunehmend aufgeheizten bis aggressiven Klima statt. Umfragen unter Kindern und Jugendlichen wie auch in Kommunalpolitik und -verwaltung zeigen aber noch: die Demokratie wird nach wie vor als das beste System für das Zusammenleben wahr-genommen.
In den Kinderfreundlichen Kommunen gibt es zahlreiche Angebote der Demokratieförderung und -bildung. Sie sollen das Vertrauen in die Verwaltung als wichtiges Glied des demokratischen Rechtsstaats sichern sowie Kenntnisse über demokratische Institutionen und ihre Funktionsweise vermitteln.
Im Rahmen des Förderung wurden mit Modellkommunen Germerin, Haan und Mannheim aus diesem Erfahrungsschatz die Potentiale der Demokratieförderung und -bildung durch die Umsetzung der Kinderrechte herausgearbeitet. Die Tagung gibt nun Einblicke in die Ansätze und Methoden, die demokratische Handlungsweisen und Grundlagen stärken. Ein besonderes Augenmerk wurde dabei auf sozial benachteiligte Gruppen gelegt, die tendenziell seltener an Angeboten der Demokratiebildung teilnehmen, diese auf die Zielgruppengerechtigkeit geprüft.
Für (Ober-)Bürgermeister_innen und Landräte bieten wir eine exklusive Möglichkeit, sich auf Augenhöhe über die Herausforderungen bei der Umsetzung der Kinderrechte auszutauschen und mit den verantwortlichen Leitungen unserer Träger ins Gespräch zu kommen.
Den Link zur Anmeldung zur Veranstaltung finden Sie hier.
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