Am 4. Dezember 2025 fand die digitale Fachtagung „Kinderrechte in Kommunen umsetzen“ des Vereins Kinderfreundliche Kommunen e. V. statt.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Kinderrechte auch unter schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen nachhaltig auf kommunaler Ebene verankert werden können. Teilnehmende aus Politik, Verwaltung, Fachpraxis und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und praxisnahe Lösungsansätze zu diskutieren. Im Rahmen der Tagung wurden die Ergebnisse zweier vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderter Vorhaben vorgestellt: „Kommunale Beteiligung von Kindern und Jugendlichen inklusiv und divers öffnen“ sowie „Kinderrechte in der kommunalen Haushaltsaufstellung verankern“. Beide Projekte zeigen, dass Kinderrechte dann wirksam umgesetzt werden können, wenn sie strukturell abgesichert und als Querschnittsaufgabe verstanden werden.
Ein Schwerpunkt lag auf inklusiver und diverser Kinder- und Jugendbeteiligung. Die Erfahrungen aus den Pilotkommunen Flensburg, Nauen und Puchheim verdeutlichten, wie Beteiligungsformate diskriminierungskritisch weiterentwickelt und Zugänge für unterschiedliche Lebensrealitäten geöffnet werden können. Ergänzend dazu wurde die neue Gute-Praxis-Broschüre vorgestellt, die zahlreiche Beispiele aus inzwischen 50 ausgezeichneten Kommunen bündelt. Sie macht sichtbar, wie Vielfalt, Teilhabe und Chancengleichheit in ganz unterschiedlichen kommunalen Kontexten konkret umgesetzt werden – von niedrigschwelligen Beteiligungsformaten über inklusive Spiel- und Aufenthaltsräume bis hin zu nachhaltigen Beteiligungsstrukturen.
Ein weiterer Fokus der Tagung lag auf der Rolle kommunaler Haushalte bei der Umsetzung von Kinderrechten. Anhand der Zusammenarbeit mit den Modellkommunen Krefeld, Remscheid und Potsdam wurde aufgezeigt, wie Kinderrechte im kommunalen Finanzmanagement stärker berücksichtigt werden können – etwa durch die Aufnahme in Haushaltsleitlinien, Produktbeschreibungen oder strategische Zielsetzungen. Dabei wurde deutlich, dass Haushaltsentscheidungen zentrale Weichen für kinderfreundliche Politik stellen. In der abschließenden Podiumsdiskussion wurde intensiv darüber diskutiert, wie Kinderrechte in Zeiten knapper kommunaler Kassen gesichert werden können. Einigkeit bestand darin, dass Investitionen in Kinder und Jugendliche als Prävention und Zukunftsinvestition verstanden werden müssen.
Die Tagung machte deutlich: Kinderrechte und Demokratie gehören zusammen – und ihre Umsetzung auf kommunaler Ebene bleibt eine zentrale Aufgabe für die kommenden Jahre.
Materialien zum Herunterladen:
Präsentationen der Vorträge
Broschüre: Gute Praxis in Kinderfreundlichen Kommunen: Kinderrechte vor Ort umsetzen (2025)