Der „Neuwieder Weg“ für eine soziale Stadtentwicklung

Der „Neuwieder Weg“ ist ein innovatives und zukunftsweisendes Förderprogramm, das in der Kinderfreundlichen Kommune Neuwied umgesetzt wird, um sozioökonomische Benachteiligungen bei Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu überwinden. Das Projekt basiert auf inklusiven und partizipativen Ansätzen, bei denen die Zielgruppe aktiv in die Gestaltung ihrer Lebenswelt eingebunden wird. Ziel ist es, Chancengleichheit zu schaffen und die Lebensqualität der jungen Generation in der Stadt zu verbessern.

Das Förderprogramm vermeidet eine direkte Kennzeichnung von Kindern als „sozial benachteiligt“. Stattdessen wird durch die räumliche Fokussierung sichergestellt, dass die Zielgruppe erreicht wird, ohne eine explizite Zuordnung vorzunehmen. Ein zentrales Element des „Neuwieder Wegs“ ist die vielfältige Beteiligung der Kinder und Jugendlichen an der Entwicklung und Umsetzung der Projekte:

  • Ideenfindung: Kinder und Jugendliche entwickeln im Rahmen eines Zukunftsausschusses Vorschläge für Projekte. Dieser Ausschuss ist paritätisch besetzt mit 50% Kindern und Jugendlichen und 50% begleitendes Fachpersonal, der Fachstelle Kinder und Jugend Integration und der Fachstelle Partizipation. Die paritätische Besetzung stellt sicher, dass ihre Perspektiven und Wünsche bei der Auswahl der Projekte gleichwertig berücksichtigt werden.
  • Planung und Umsetzung: Die Projekte werden von Institutionen wie Schulen, Kitas und Vereinen in Eigenverantwortung durchgeführt. Voraussetzung ist, dass die Kinder und Jugendlichen in allen Phasen – von der Planung über die Umsetzung bis zur Reflexion – aktiv beteiligt werden.
  • Präsentation und Reflexion: Am Ende des Projektjahres stellen die Kinder und Jugendlichen ihre Ergebnisse selbst vor. Im Rahmen eines abschließenden Treffens wird gemeinsam reflektiert, wie die Partizipation umgesetzt wurde und wie zukünftige Projekte weiter verbessert werden können. Dieses Modell kombiniert Ideenfindung, Umsetzung und Reflexion und stärkt die Selbstwirksamkeit der Teilnehmenden nachhaltig.

So entstanden beispielsweise die „Bewegte Pause“ an der Sonnenlandschule, bei der Kinder ihre Pausen aktiv und gesundheitsfördernd gestalten können, sowie Kochkurse in Zusammenarbeit mit der Katholischen Familienbildungsstätte, die den Kindern gesunde Ernährung näherbringen. Auch die Fußballferienwoche ermöglicht Kindern ohne Vereinsbindung, den Sport gemeinsam zu erleben und soziale Kompetenzen zu stärken. Zudem werden Jugendliche durch die finanzielle Unterstützung bei der Ausbildung zum Kinder-Trainer gefördert, was ihnen neue berufliche Perspektiven eröffnet und ihr Selbstbewusstsein stärkt.

Das Programm zeichnet sich durch seine inklusive Ausrichtung aus, bei der alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft teilnehmen können. Es setzt auf eine enge Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen, Schulen und sozialen Einrichtungen, um nachhaltige Strukturen zu schaffen. Die Finanzierung erfolgt durch eine solide Mischung aus öffentlichen Mitteln und externen Förderern, was die langfristige Wirksamkeit sicherstellt.