Bonn: Barrierecheck des Jugend-Expert_innenrat "Jugend:inklusive"

© Ju:in

Der Barrierecheck in Freizeit-, Sport- und Kultureinrichtungen ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie Jugendbeteiligung konkret zur Verbesserung von Lebensbedingungen junger Menschen beitragen kann. Im Rahmen des ersten Aktionsplans der Bundesstadt Bonn wird das Ziel verfolgt, Zugänge und Barrieren in Freizeit-, Sport- und Kultureinrichtungen unter Einbeziehung von Jugendlichen systematisch zu prüfen und konkrete Vorschläge zu deren Abbau zu entwickeln.

Eine zentrale Rolle spielt dabei der Jugend-Expert_innenrat „Jugend:inklusive“ (Ju:in), der bewusst inklusiv zusammengesetzt ist – also aus Jugendlichen mit und ohne Behinderung besteht. Die Gruppe im Alter von 13-18 Jahren trifft sich regelmäßig und wird von Abenteuer Lernen e.V., einem Träger der Freien Jugendhilfe in Bonn, pädagogisch begleitet. Die Mitglieder des Expertinnenrats entwickelten gemeinsam einen Fragebogen und das Verfahren für den Barrierecheck. 

In der praktischen Durchführung des Checks besuchen die Jugendlichen Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, führen Begehungen durch und bewerten die vorhandenen Angebote und die Örtlichkeiten anhand ihrer Kriterien. Dabei geht es nicht nur um bauliche Barrieren, sondern auch um Aspekte wie Willkommenskultur, Raumgestaltung, die Barrierefreiheit von Lern-, Spiel- oder Bewegungsangeboten oder das Vorhandensein von barrierearmen Informationsangeboten. Durch diese umfassende Perspektive können vielfältige Verbesserungspotenziale identifiziert werden. Die am Barrierecheck teilnehmenden Einrichtungen erhalten im Nachgang eine schriftliche Auswertung, in dem positive wie auch negative Aspekte der Barrierefreiheit herausgearbeitet und konkrete Handlungsempfehlungen genannt sind.

Der Barrierecheck zeigt eindrucksvoll, wie inklusive Beteiligung funktioniert: Jugendliche werden aktiv zu Expert_innen für ihre eigenen Lebensrealitäten, bringen ihre Erfahrungen ein und stoßen konkrete Veränderungen an. Gleichzeitig entstehen praxisnahe Ergebnisse, die Kommunen helfen, Angebote zugänglicher und kinderfreundlicher zu gestalten. Damit ist der Barrierecheck in Bonn ein nachhaltiger Erfolg für mehr Teilhabe und Inklusion vor Ort.