Im Mai 2025 bot sich Dr. Heide-Rose Brückner, Senior Consultant unseres Vereins Kinderfreundliche Kommunen, die Gelegenheit, im Rahmen einer Fachreise nach Taiwan und Japan unsere Erfahrungen aus dem deutschen Programm „Kinderfreundliche Kommunen“ vorzustellen und mit Fachkräften, Verwaltungspersonen, Pädagog_innen und Vertreter_innen der Zivilgesellschaft ins Gespräch zu kommen. Organisiert wurde die Reise in Kooperation mit der Japanischen UNICEF-Vereinigung, die seit 2021 ihrerseits erste Schritte in Richtung kindgerechter Kommunalentwicklung unternimmt.
Die Reise begann in Taiwan, wo sie eingeladen war, in mehreren Seminaren an Hochschulen zu sprechen. In der Sonderpädagogik und Kindheitspädagogik stieß das Thema Kinderrechte auf großes Interesse – insbesondere die Frage, wie sich Rechte in institutionellen Kontexten konkret umsetzen lassen. Ein Besuch in einem Kindergarten in Pingtung bot zusätzlich einen unmittelbaren Einblick in die taiwanesische Bildungspraxis. Die Begegnung mit den dort tätigen Pädagog_innen war herzlich und professionell, geprägt von großer Offenheit gegenüber internationalem Austausch. Japan bildete den Schwerpunkt der Reise. Hier war sie eingeladen, an mehreren Orten über unsere Arbeit im Rahmen der „Kinderfreundlichen Kommunen“ zu berichten. Höhepunkt war das von UNICEF Japan organisierte Symposium am 2. Mai in Tokio unter dem Titel: „Kindgerechte Stadt – Gemeinsam eine Gesellschaft im Zentrum der Kinder gestalten“. Rund 100 Teilnehmende aus Verwaltung, Wissenschaft, NGOs, Bildung und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um über aktuelle Herausforderungen und internationale Ansätze in der Umsetzung der UN Kinderrechtskonvention auf kommunaler Ebene zu diskutieren.
In ihrem Vortrag stellte Dr. Heide-Rose Brückner den deutschen Weg zur Kinderfreundlichen Kommune vor – von den ersten Schritten im Jahr 2012 über die Zusammenarbeit mit UNICEF Deutschland bis hin zu inzwischen über 60 teilnehmenden Städten und Gemeinden. Im Anschluss wurden die Strukturen der japanischen CFCI (Child-Friendly Cities Initiative) vorgestellt, die sich in vielerlei Hinsicht an internationalen Standards orientieren, dabei aber auch regionale Besonderheiten berücksichtigen. Besonders erfreulich war die große Resonanz auf unsere deutschen Erfahrungen, die als konkreter Referenzrahmen wahrgenommen wurden.
In der Podiumsdiskussion kamen Bürger meister_innen und Verwaltungsmitarbeiten de aus mehreren japanischen Kommunen zu Wort – darunter Niseko, Abira, Tomiya, Machida, Nara und Toyota. Die Gespräche zeigten: Der Wille zur Stärkung der Kinder rechte auf lokaler Ebene ist da – ebenso wie die Bereitschaft, strukturelle Prozesse neu zu denken. Besonders eindrucksvoll war die Selbstverständlichkeit, mit der kommunale Verantwortung für das Wohl von Kindern und Jugendlichen anerkannt wurde.
