Remchingen ist vor mehr als zehn Jahren, im Februar 2015, dem Programm „Kinderfreundliche Kommunen“ beigetreten und wurde im Juli 2017 als zweite baden-württembergische Kommune mit dem Siegel „Kinderfreundliche Kommunen“ ausgezeichnet. Mit der dauerhaften Vergabe des Siegels wird die Verpflichtung der Gemeinde zur Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention auf kommunaler Ebene nun verstetigt. Eine Überprüfung dieser Verpflichtung findet in einem Dreijahresrhythmus durch den von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk getragenen Verein Kinderfreundliche Kommunen statt.
Die Bürgermeisterin der Gemeinde Remchingen, Julia Wieland, und und die stellvertretende Vorsitzende des Vereins Kinderfreundliche Kommunen, Christine Langen, unterzeichneten dazu heute eine gemeinsame Vereinbarung über die unbefristete Zusammenarbeit im Programm „Kinderfreundliche Kommunen“ in der Kulturhalle Remchingen.
Gemeinsam mit den Sachverständigen der Kommune hat der Verein acht Standards zur Beibehaltung des Siegels festgelegt. Diese knüpfen an die beiden Aktionspläne der Kommune an. Aus den Standards wurden zudem Kriterien und Schwellenwerte festgehalten, die nicht unterschritten werden dürfen. Zu diesen Standards gehören beispielsweise die Leitlinien zur Spielraumplanung als Bestandteil des Schwerpunktes „Vorrang des Kindeswohls“, die Strukturen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen – etwa die Weiterentwicklung der Notinselschulen – sowie die verbindlichen Regelungen zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in Form des 8er-Rats und weiterer Beteiligungsformate.
Bürgermeisterin Julia Wieland betonte: „Ich freue mich sehr, dass wir das Siegel dauerhaft tragen dürfen. Das zeigt, dass sich die Arbeit der letzten Jahre gelohnt hat. Wir machen viel, damit es den Kindern und Jugendlichen in der Gemeinde gut geht. Und unser Engagement endet nun nicht. Im Gegenteil: Mehrere Maßnahmen sollen sicherstellen, dass wir unser Ziel einer kinderfreundlichen, zukunftsorientierten und lebenswerten Kommune nicht aus den Augen verlieren. Wir wollen uns weiter für die Rechte der Kinder und Jugendlichen in Remchingen einsetzen - und darüber hinaus.“
Christine Langen, stellvertretende Vorsitzende des Vereins Kinderfreundliche Kommunen, gratulierte der Gemeinde Remchingen: „Remchingen hat den Prozess zur Kinderfreundlichen Kommune mit großer Sorgfalt, Verlässlichkeit und beeindruckender Konsequenz umgesetzt. Die dauerhafte Siegelvergabe würdigt dieses Engagement und die klare Haltung, Kinderrechte dauerhaft im kommunalen Handeln zu verankern. Besonders hervorzuheben ist der 8er-Rat, der Jugendlichen eine klare Stimme gibt und ihre Perspektiven strukturiert in Verwaltung und Politik einbringt. Ebenso wichtig ist die Weiterentwicklung der Notinselschule, die Sicherheit im Alltag schafft und junge Menschen aktiv in Verantwortung einbindet. Mit der Verpflichtung zu den gemeinsam erarbeiteten Zukunftsstandards wird dieses Engagement langfristig abgesichert. Remchingen setzt damit ein starkes Zeichen dafür, wie Beteiligung, Schutz und Verbindlichkeit zusammenwirken können.“
Die zuständigen Sachverständigen des Vereins, Claudia Peschen und Ulrike Kieninger, lobten: „Remchingen hat bei der lokalen Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention mithilfe der erarbeiteten Aktionspläne viel erreicht. Mit der dauerhaften Siegelübergabe endet die Reise der Kinderfreundlichen Kommune nicht. Vielmehr wird mit der verbindlichen Umsetzung der gemeinsam erarbeiteten Standards das Engagement dauerhaft abgesichert. Besonders hervorzuheben ist die Einrichtung des Familien-, Kinder- und Jugendbüros sowie die Ernennung einer Kinder- und Jugendbeauftragten, die als verlässliche Anlaufstellen junge Menschen stärken und ihre Perspektiven strukturiert in Verwaltung und Politik einbringen. Remchingen beweist, wie qualitätsvolle Beteiligung aussehen und nachhaltig Kinderfreundlichkeit gestaltet werden kann.“
