Gefördert vom

Aus der Perspektive von Kindern denken

Eine Stellungnahme von Astrid Fuhrmann zum Thema „Kinderfreundlichkeit in Kommunen"

Eine Ausrichtung auf die kinderfreundliche Kommune funktioniert, wenn ihr die strategische Entscheidung der Stadtspitze zugrunde liegt. Sie bedarf des ganzheitlichen Ansatzes, der dezernatsübergreifend, ämterübergreifend, trägerübergreifend sowie mitgetragen von der gewählten politischen Vertretung angelegt ist.

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Die Kinderfreundlichkeit einer Kommune zeigt sich:

  • in der strategischen Ausrichtung der Kommunalpolitik, die bei ihren Entscheidungen vom Kind aus denkt und in die Förderung von dessen Eltern investiert
  • in einer Zukunftsorientierung der Kommunalverwaltung, die aktiv die Beteiligung junger Menschen betreibt, lebenswerte Räume für sie schafft und ihnen Perspektiven für die zukünftige eigenverantwortliche Lebensgestaltung mit Bindungswirkung an die eigene Stadt eröffnet
  • in dem erkennbaren öffentlichen Bewusstsein für das Prinzip der Solidarität mit den Schwachen, das besonders in den Politikfeldern Familie, Bildung, Soziales und Wirtschaft Chancengleichheit herzustellen versucht und aus diesem Leitgedanken heraus Anreize schafft u. a. für Bürgerstiftungen und ehrenamtliche Arbeit
  • spiegelbildlich im kommunalen Haushaltplan, der im Kinder- und Jugendbereich den Hebel umlegt zugunsten einer Investition in Vorbeugung und Schwerpunktsetzung bei den freiwilligen Aufgaben, statt das Augenmerk insbesondere auf die Finanzierung der Pflichtaufgaben mit dem Ziel der Intervention zu richten

Die Orientierung auf Kinderfreundlichkeit gewinnt an Überzeugungskraft, wenn Wirkungen nachweisbar sind. Aus diesem Grund ist ein Berichtswesen erforderlich, dass mithilfe von Indikatoren und entsprechenden Vergleichszahlen belegen kann, in welchen sozialen Räumen bei welchen Zielgruppen welche Effekte genau eingetreten sind.

Als ein wesentlicher Indikator für förderliche Unterstützung zur Steigerung von Kinderfreundlichkeit kann nach wissenschaftlichen Erkenntnissen die „Inanspruchnahme von Angeboten durch Kinder und Familien“ angesehen werden (dazu s.o., Bertelsmann-Stiftung: „Analysen und Konzepte“ aus dem Programm „LebensWerte Kommune“ – Kein Kind zurücklassen! , S. 3, Vier zentrale Erkenntnisse, Nr. 2).

Die auf Kinderfreundlichkeit ausgerichteten Konzepte einer Kommune sind langfristig angelegt und finanziell/personell mit dem Erforderlichen ausgestattet. Sie sind insbesondere auf die Planungsfelder

  • Familie
  • Wohnumfeld
  • Peergroup/Freizeit
  • Schule
  • Beruf

ausgerichtet und sind besonders effizient, wenn sie primär an Regeleinrichtungen

  • Geburtskliniken/ Schwangerschaftsberatung
  • Kita
  • Schule
  • Berufsförderung

angedockt sind.

 

Autorin

Astrid Fuhrmann

Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention (DFK), ehemalige Sachverständige der Kinderfreundlichen Kommunen e.V.