Gefördert vom

Andere Länder, andere Spielräume!

Angelika Böttcher und Bianca Liegner bei der Spielraumkonferenz Seoul, Südkorea.

Ein Kurzbericht von Angelika Böttcher und Bianca Liegner

Im November 2018 besuchten wir – zwei Mitarbeiterinnen des Wolfsburger Kinder-und Jugendbüros – auf Einladung der Stadt Seoul die Spielraumkonferenz „Seoul Children´s Playground International Symposium – Playful City Seoul, Shaping the Future of Playground“.

  • Ein internationales Anliegen

Zum ersten Mal kam ein internationales Fachpublikum zum gemeinsamen Austausch im Rahmen einer Konferenz zusammen. Unterschiedlichste Expert_innen – darunter Politiker_innen, Architekt_innen, Pädagogen_innen, Wissenschaftler_innen – reisten aus Wales, den Niederlanden, aus Australien, Japan und Südkorea an. An zwei Tagen ging es ausschließlich um die herausragende Bedeutung des kindlichen Spielens für die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern.

Zu Gast waren u.a.:

  • Owain Lloyd, „Welsh Government“, Wales
  • Myoung Soon Kim, „Yonsei University Seoul“, Südkorea
  • Yeemyung Choi, „senior-researcher of Durispace“, Südkorea
  • Yun Young Cho, „childfund Korea”, Südkorea
  • Marcus Veerman, „Playground ideas“, Australien
  • Renet Korthals Altes, „MakeSpace4Play“, Niederlande
  • Kazumi Nakanishi, playworker in Setagaya, Japan
  • Eunjoeng Kim, „save the children Korea”, Südkorea
  • Besichtigung verschiedener Spielräume vor Ort

Zu Beginn besuchte die gesamte Delegation zwei Quartiersspielplätze, die in den letzten zwei Jahren gebaut wurden. Der Yangcheon Green Park ist ein inklusiver Spielplatz mit interessanten Spielmöglichkeiten für Kinder mit körperlichen Beeinträchtigungen. Umgeben ist er von Fitnessgeräten für Erwachsene. Daneben erstreckt sich ein weitläufiger Jugendort mit Toren, Basketballkörben und überdachten Sitzmöglichkeiten.

Der Mokdong Green Park ist ein naturnaher Spielplatz mit Nachbarschaftspark. Zugleich ist er ein Ort des „Creative Children‘s Playground Project“ – ein Projekt, das sich in Seoul mit dem Bau von Spielplätzen mit natürlichen Materialien unter Beteiligung von Kindern und Eltern befasst. Hier finden nicht nur Kinder verschiedene Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten, wie z.B. eine öffentliche Bibliothek, sondern auch Erwachsene Sitz- und Sportmöglichkeiten. Beleuchtung, Toiletten und Trinkwasserspender sind auf diesen neu entstandenen Plätzen selbstverständlich.

 

  • Fachlicher Austausch

Beim Symposium vor rund 500 Gästen bekamen wir die Gelegenheit, unsere Kinderfreundliche Kommune und die Spielplatzplanung „Glanzwanne in Velstove” als gelungenes Beispiel für ein Beteiligungsprojekt vorzustellen.

Andere Vorträge gaben einen interessanten Einblick in verschiedene Untersuchungen über die positiven Effekte der kreativen Spielplätze in Seoul auf das kindliche Spielverhalten. In diesem Zusammenhang stellte eine japanische Spielplatzmitarbeiterin einen pädagogisch betreuten Abenteuerspielplatz in Tokio vor. Der australische Gründer der „Playground Ideas“ berichtete vom Bau von Spielplätzen, angepasst an die Bedingungen vor Ort, und eine niederländische Architektin von „MakeSpace4Play“ diskutierte Lösungen für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts an die Kindheit.

 

  • Seoul – außerhalb der Konferenzräume

Im Anschluss an die Konferenz organisierte Frau Professorin Myoung Soon Kim von der Yonsei Universität Seoul – die wir bereits bei einem Besuch ihrerseits hier in Wolfsburg kennengelernt hatten – ein spannendes Begleitprogramm für uns.

Wir besuchten das „Children Development Research Institute“, einen Kindergarten der Yonsei Universität in Seoul sowie den Children´s Grand Park, einen kostenfreien Naherholungspark mit Spielplätzen, botanischem Garten, Zoo und Freizeitpark, den die südkoreanischen Familien gern am Wochenende besuchen.

 

  • Persönlicher Eindruck & Fazit

Die Spielraumkonferenz „Seoul Children´s Playground International Symposium – Playful City Seoul, Shaping the Future of Playground“ ermöglichte erstmalig eine interdisziplinäre Vernetzung und einen fachlichen Austausch. Wir erhielten auf diese Weise wichtige neue Impulse für unsere Arbeit. 

„Sehr beeindruckt war ich von der Vielschichtigkeit der neu in Seoul entstandenen Spielräume, die für die ganze Familie ausgerichtet sind, z.B. mit öffentlichen Bücherschränken und inklusiven Spielgeräten. Auch die Jugend findet mit beleuchteten Plätzen, Sportmöglichkeiten und Unterständen dort inzwischen ihren Raum.“  Angelika Böttcher

„Es war interessant, Vorträge aus verschiedenen Ländern zum Thema Kinderspiel zu hören und die Kinderfreundliche Kommune Wolfsburg in diesem internationalen Rahmen vorstellen zu dürfen. Wir konnten feststellen, dass wir mit unserem Aktionsplan heute schon auf einem hohen Niveau arbeiten, was die Kinder- und Jugendfreundlichkeit angeht.“ Bianca Liegner

 

Autorinnen

Angelika Böttcher, Dipl. Sozialpädagogin (FH), Kinder- und Jugendbüro Wolfsburg/Bereich Spielraumplanung

Bianca Liegner, Dipl. Sozialpädagogin (FH), Kinder- und Jugendbüro Wolfsburg/Bereich Spielraumplanung