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Nach Großbrand in Moria: Potsdam und Köln wollen zusammen mit acht weiteren Städten Geflüchtete aufnehmen

Nach dem Großbrand im Geflüchtetenlager Moria richten sich zehn Städte in einem gemeinsamen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und Innenminister Horst Seehofer. Darin erklären sich die Oberbürgermeister_innen bereit, Geflüchtete aufzunehmen. Gleichzeitig fordern sie, dass die Bundesregierung beispielhaft vorangeht und nicht weiter auf eine gesamteuropäische Lösung wartet. Zu den unterzeichnenden Städten gehören auch die kinderfreundlichen Kommunen Köln und Potsdam.

Vergangene Woche brannte das Geflüchtetenlager Moria auf der griechischen Insel Lesbos nahezu vollständig ab. Die 13.000 Menschen lebten bereits zuvor unter schwierigsten Bedingungen, nun haben sie fast alles verloren. Die Zustände vor Ort sind chaotisch: Den Geflüchteten fehlen Wasser, Nahrung, sanitäre Anlagen und natürlich ein Dach über dem Kopf. In dieser Not erklären sich zehn deutsche Städte bereit, Schutzsuchende aus Moria aufzunehmen:

„Wir möchten einen humanitären Beitrag zu einer menschenwürdigen Unterbringung der Schutzsuchenden in Europa leisten. Darum bekräftigen wir hiermit erneut unsere Aufnahmebereitschaft. Wir sind sofort bereit, Menschen aus Moria aufzunehmen, um die humanitäre Katastrophe zu entschärfen.“

Die EU-Staaten sind sich bislang uneinig, wie sie den Betroffenen helfen können. Daher bitten die unterzeichnenden Oberbürgermeister_innen die Bundesregierung „hier voranzugehen und nicht weiter auf eine gesamteuropäische Lösung zu warten.“ Sie schreiben: „Europaweit sind Kommunen bereit, die Menschen aus den Lagern an den europäischen Außengrenzen aufzunehmen. Dies muss ermöglicht werden.“

Das Schreiben ist ein Bekenntnis der Solidarität mit den Geflüchteten:

„Lassen Sie uns den Menschen aus Moria die Würde zurückgeben, die ihnen anderswo genommen wurde."