Handreichung

Spielelemente

Die Beteiligungsmethode

stadtspielerJUGEND ist ein neuentwickeltes Instrument für die lokale Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Es ist ein Werkzeug für die Stadtentwicklung, die Bürgerbeteiligung, die Jugendarbeit und das  Kommunikationstraining zugleich und basiert auf dem stadtspieler.

Ein strategisches Brettspiel

Beim stadtspielerJUGEND entwickeln und kneten vier bis fünf Personen auf einem fiktiven Stadtplan als Spielfeld eine Stadt frei nach eigenen Ideen, Erfahrungen und Vorstellungen. Die Stadtspieler schlüpfen dabei in verschiedene Rollen. Die Spielenden gestalten die Stadt, erfinden sie neu und erzählen Geschichten und setzen sich mit den Vorschlägen der Anderen  auseinander. Wichtig ist, dass die Ergebnisse aus dem Spiel, die Lösungsideen, Verfahrensvorschläge oder Strategien weiter genutzt werden können. Die  Spielergebnisse sollen den Kommunen helfen, Entscheidungen im Sinne der Bürger herbeizuführen. Das gelingt vor allem dann, wenn die  Entscheidungsträger in die Spielerunden eingeladen werden.

Die Entwicklung mit Jugendlichen der Pilotkommunen

Die neue Spielfassung stadtspielerJUGEND wurde aus dem Basisspiel von Jugendlichen für Jugendliche entwickelt und in Sprache und Spielablauf  angepasst. Dieses neue Beteiligungsinstrument bietet die Chance, eigene Ideen zu diskutieren und deren Umsetzungschancen auszuloten und wird damit zu einem Angebot der lokalen Jugendbeteiligungskultur. Jugendliche sind die Mitspieler und einige auch Moderatoren. Sie definieren ihre Vorstellungen von Stadt, sie bringen über das Spiel ihre Sichtweise in die verschiedenen  Problemstellungen der Stadtteile und der Gesamtstadt ein. Die Kommunen haben dadurch die Chance, durch Jugendliche konkrete Ziele zu identifizieren und Projekte zu generieren, die in die jeweiligen lokalen Aktionspläne eingebracht werden können. stadtspielerJUGEND kann ebenso in Quartieren wie bei konkreten Planungsprojekten eingesetzt werden.

Spielinhalte

stadtspielerJUGEND wird auf einem Spielplan von knapp 60 x 60 cm Größe gespielt. Je nach Stadt werden Plangrundlagen in den Maßstabsbereichen 1:10.000 bis 1:25.000 gewählt und vereinfachend nachbearbeitet. Vier bis sechs Stadtteile wie das Zentrum/ die Altstadt, Nordstadt, Industriegebiet oder Dörfer sind dargestellt, wenn sie für die Jugendlichen von Bedeutung sind. Für diese Gebiete beschreiben mehrere Szenario-Karten die jeweiligen Chancen und Problemen aus Sicht der Jugendlichen. Zu Spielbeginn werden Szenario-Karten und Themenkarten gezogen und vorgelesen, daraufhin entstehen erste geknetete Ideen.
30 Themenkarten beschreiben Stichworte von A wie Ausbildung bis Z wie Zusammenleben. Die Mitspieler stellen sich dann ihre Ideen gegenseitig vor und kneten weitere Ideen. Anschließend besuchen sie sich gegenseitig mit ihren Spielfiguren. Sie werben für ihre Ideen, denken sich Geschichten dazu aus und bewerten zum Ende mit Wertungskärtchen alle Ideen:

  • Wer hat die sozialste Idee?
  • Welches ist die ökonomischste Idee?
  • Was ist die ökologischste Idee?
  • Wer hat die nachhaltigste Idee?
  • Welche Ideen bieten die sinnvollste
  • Zusammenarbeit?
  • Wer hat die pfiffigste Idee?
  • Was ist der schönste Bau?


Spielabläufe und Regeln liegen in jugendgerechter Form vor. Sie wurden von jugendlichen entwickelt und getestet. Für die Anleitung und zur Dokumentation der Ergebnisse gibt es methodische Hilfen.

Begleitet und mitentwickelt wurde der Stadtspieler JUGEND durch das Büro stadt.menschen.berlin.
„Baustein Stadtspieler“ ist ein Projekt des „Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus“ (Ex- WoSt) des Bundesministeriums für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung (BMVBS) und des Bundesinstituts für Bau,- Stadt- und Raumforschung (BBSR).