Rechter Teil

Ich bin ein Blindtext. Von Geburt an. Es hat sehr lange gedauert, bis ich begriffen habe, was es bedeutet, ein blinder Text zu sein: Man macht keinen Sinn. Man wirkt hier und da aus dem Zusammenhang gerissen. Oft wird man gar nicht erst gelesen. Aber bin ich deswegen ein schlechter Text? Ich weiss, dass ich niemals die Chance habe in einer grossen Zeitung zu erscheinen. Aber bin ich deswegen weniger wichtig? Ich bin blind! Aber ich bin gerne ein Text. Und sollten Sie mich jetzt dennoch zu ende lesen, dann habe ich etwas geschafft, was den meisten normalen Texten nicht gelingt.

O-Töne

Oberbürgermeister Wolfgang Dietz - Weil am Rhein

Weil am Rhein erkannte schon früh den Wert, Jugendliche in der Politik ernst zu nehmen und sie in die Kommunikation und Beteiligungsprozesse einzubin­den. 1993 wurde durch einen Gemeinderatsbeschluss die Einrichtung eines Jugendparlaments möglich gemacht. Die Möglichkeit des Erlebens und Mitgestaltens von Demokratie im unmittelbaren Umfeld der jungen Menschen ist keine Frage des Alters, sondern vielmehr des Interesses. Hier ist die Stadt Weil am Rhein auf dem richtigen Weg.

Aufbauend auf den guten Erfahrungen hat die Stadt mit der Teilnahme am Vorhaben „Kinderfreundliche Kommunen“ Kommunikation und Beteili­gungs­­­­pro­zesse weiter optimiert. Kinder und Jugendliche werden verstärkt in sie betreffende Angelegenheiten eingebunden. Bei den bislang realisierten und geplanten Projekten haben sich die Kinder und Jugendlichen als Expertinnen und Experten für die Gestaltung ihres Lebensraumes erwiesen. Sie lernen und erfahren Mitwirkung vor Ort. Kindern und Jugendlichen auf Augenhöhe zu begegnen, schärft den Blick von uns Erwachsenen für deren Bedürfnisse. Dies war mir nicht nur bei der Erstellung des Aktions- und Maßnahmenplans wichtig, für den die Stadt im November 2014 mit dem Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ ausgezeichnet wurde, sondern auch bei dessen Umsetzung. Es ist wie beim Guide Michelin: wenn man einmal den Stern erreicht hat, muss man sich immer wieder neu anstrengen.

Oberbürgermeitser Klaus Mohrs - Wolfsburg

Als Stadt Wolfsburg haben wir gemeinsam mit der Politik beschlossen, mit dem Aktionsplan ‚Kinderfreundliche Kommune‘ einen weiteren Schritt in Richtung Kinderfreundlichkeit zu gehen. Wir verfolgen Ausbau und Stärkung der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen als strategisches und langfristiges Ziel innerhalb der Stadtverwaltung.

Mir ist es sehr wichtig, dass sich Kinder und Jugendliche in Wolfsburg wohlfühlen und bei Themen, die sie betreffen, mitreden können. Unser Ziel ist es, die vorhandenen Beteiligungsstrukturen auszubauen und neue bedarfsorientierte Beteiligungsformate zu etablieren. Seit der Siegelverleihung haben wir viele Maßnahmen angestoßen und umgesetzt. So zum Beispiel die Gründung des ersten Kinderbeirates. Damit bieten wir Kindern im Alter von 8-13 Jahren ein Forum für ihre Anliegen und ermöglichen Einblicke in die Handlungsfelder kommunaler Verwaltung und Politik. Eigens für Wolfsburg haben wir eine fachlich fundierte Fortbildung zum/r Partizipationsbegleiter/in initiiert, damit Beteiligungsangebote für Kinder und Jugendliche professionell moderiert und begleitet werden können. Das erste sozialraumorientierte Jugendforum in Reislingen hat gezeigt, dass Jugendliche sehr genau wissen, was sie brauchen und was ihnen in ihrem Stadtteil fehlt.

Eine Teilnahme an diesem Vorhaben eröffnet die Chance, das Thema ‚Beteiligung/Kinderrechte‘ nachhaltig in einer Kommune zu verankern. Es stärkt die Zusammenarbeit und Vernetzung der einzelnen Akteure und hilft dabei, einen kommunalen Qualitätsstandard im Hinblick auf eine familien- und kinderfreundliche Stadtentwicklung zu erarbeiten.

Bürgermeister Wolfgang Moegerle - Algermissen

Der Prozess von der Antragstellung bis zur Siegelverleihung hat in Politik, Verwaltung und der Bürgerschaft den Blick auf unseren Markenkern geschärft. Wir sind eine kinder-, jugend- und familienfreundliche Gemeinde und haben insbesondere durch die begleitende Öffentlichkeitsarbeit noch einmal neue engagierte Bürgerinnen und Bürger für diese Frage gewinnen können. Durch die fachliche Begleitung durch den Verein und die Sachverständigen wurden  gedankliche Ansätze eröffnet und nicht zuletzt haben wir durch die entsprechenden politischen Beschlüsse ein hohes Maß an Selbstverpflichtung für unsere Gemeinde erreicht.

Insgesamt ist das Thema „Kinderfreundlichkeit“ noch mehr in den Fokus der Menschen in unserer Gemeinde gerückt und die Lobby für Kinder und Jugendliche wurde noch einmal gestärkt.

Die Bewerbung löst eine Dynamik zugunsten von Kindern und Jugendlichen aus, die uns allen gut tut. Die Selbstverpflichtung, sich unter den Augen von Fachleuten und der Öffentlichkeit mit der eigenen Haltung zu beschäftigen bringt jede Kommune voran. Wir brauchen eine Gesellschaft, die sich gleichberechtigt auch mit den Notwendigkeiten und Zukunftsfragen der Kinder und Jugendlichen beschäftigt und nicht nur eine Erwachsenenwelt vorantreibt.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky - Hanau

Das Thema Kinderrechte wird in Hanau schon seit einigen Jahren an etlichen Schulen und Kindertageseinrichtungen gelebt. Durch die Ziele in unserem Aktionsplan und die daraus resultierenden Schritte haben wir es jetzt geschafft, auch ein neues Kinder- und Jugendbüro im Rathaus zu installieren. Dies ist eine Anlaufstelle für Kinder, Jugendliche und Familien und dient als Plattform für Kinder, sich für ihre Stadt zu engagieren und zu beteiligen und damit die Kinderrechte zu vertreten und bekannter zu machen.

Das ist für eine kinderfreundliche Stadt unerlässlich und wir sind stolz darauf.

Anderen Städten kann ich Mut machen, sich an diesem Vorhaben zu beteiligen. Es schärft den Blick für die Dinge, die wir im in unserer Stadt im Hinblick auf Partizipation von Kindern schon gut machen und es öffnet neue Möglichkeiten, wenn Sachverständige von außen auf unsere Vorhaben schauen und auch klar benennen, was noch nicht so gut funktioniert. Hilfestellung von Profis zu erhalten ist eine gute Chance, etwas zu verbessern. Und wenn das zum Wohle unserer Kinder ist, finden wir es gut. Wir konnten diese Erfahrung in den letzten Jahren machen und das bestärkt uns, diesen Weg gut weiter zu gehen.

Bürgermeister Andreas Fredrich - Senftenberg

Kinderfreundlichkeit ist für die Stadt Senftenberg zu einem wichtigen Standortfaktor geworden. Senftenberg bietet bereits ein vielfältiges Spektrum kinderfreundlicher Angebote, welche es innerhalb der nächsten Jahre auszubauen gilt. Es ist wichtig, die Partizipationslandschaft im Stadtgebiet stetig zu erweitern und Kinder und Jugendliche stärker bei Maßnahmen, die sie selbst betreffen, zu beteiligen. Erste Projekte wurden bereits durchgeführt. Hierbei lernen Kinder und Jugendliche in ihrer Lebenswirklichkeit Demokratie und Mitbestimmung sowie die Teilnahme an politischen Prozessen kennen. Statt den Mehraufwand durch Beteiligungsprojekte zu scheuen, identifiziert sich Senftenberg damit und sieht das Einbeziehen der Nutzergruppen als Gewinn. Der Bekanntheitsgrad der Stadt Senftenberg über die regionalen Grenzen hinaus ist durch die Teilnahme am Projekt gewachsen. Dies führt dazu, dass regelmäßig Erfahrungsaustausche durch andere Kommunen mit den verantwortlichen Projektmitarbeiterinnen angestrebt werden. Gern unterstützen wir weitere Kommunen auf ihrem Weg zu mehr Kinderfreundlichkeit.

Eine Kommune in Richtung mehr Kinderfreundlichkeit weiterzuentwickeln ist eine zukunftsweisende und anspruchsvolle Aufgabe, die sich lohnt. Kinder- und Jugendpolitik heißt für jede Kommune eine sinnvolle Zukunftsinvestition. Eine Beteiligung der Kinder und Jugendlichen kann beitragen, dass bereits junge Menschen ehrenamtliches Engagement für sich entdecken und erleben, wie viel Freude diese Aktivitäten bereiten können. Mit der Bewerbung um die Auszeichnung „Kinderfreundliche Kommune“ schaffen Kommunen Anreize für junge Menschen und Familien vor Ort und bestenfalls eine positive Auswirkung auf die demografische Entwicklung.

April 2016